Die Charta der Lydia-Kirchengemeinde

Erstellt am 13.12.2020
Bild von Eroyka auf Pixabay

Die fünf Kirchengemeinden aus denen die Lydia-Kirchengemeinde zusammengewachsen ist, haben sich für die gemeinsame Arbeit eine Charta gegeben. Sie soll für das Miteinander den Rahmen setzen.

Hier der Wortlaut:

 

Charta

Präambel

Weil sich die Ev.-luth. Friedens-Kirchengemeinde Hagen, die Ev. Jakobus-Kirchengemeinde Hagen, die Ev. Kirchengemeinde Vorhalle, die Ev. Melanchthon-Kirchengemeinde Hagen und die Ev. Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Hagen mit

·      je eigener Prägung, Geschichte, Art von Gemeindeleben,

·      je eigenen Umgangs- und Stil-Formen,

·      je eigenen Werten, Zielvorstellungen und Alltagspraktiken,

gemeinsam auf den Weg zur ev. Lydia-Kirchengemeinde Hagen machen, um miteinander danach zu suchen, wie Herkömmliches und Zukunftsoffenes an-genommen und gestaltet werden kann, vereinbaren die bisherigen Presbyterien und die Mitglieder des Leitungsgremiums der ev. Lydia-Kirchengemeinde Hagen sowie der nachgeordneten Ausschüsse, Arbeitsgruppen, Kreise und Verantwortlichen-Treffs diese Charta, wie sie miteinander umgehen, beraten und beschließen wollen.

Grundlage

Alle Verantwortlichen haben den bisherigen gemeinsamen Prozess gewollt, erarbeitet und gefördert, aus verschiedenen Traditionen miteinander eine neue Form von Gemeinde zu werden. Deshalb fühlen sich die Verantwortlichen verpflichtet, sich auch weiterhin in gemeinsamer wechselseitiger Achtung und Wertschätzung zu begegnen. Für das „gemeinsame Werden“ werden eigene Arten, andere, vielleicht ganz neue Formen der Kooperation in der Verantwortung zu suchen und zu finden sein.

Vereinbarung

Deshalb vereinbaren wir, wie wir miteinander unsere Lydia-Gemeinde leben und verantworten wollen:

1.    Voraussetzung ist der gemeinsame Wille aller Beteiligten zur Arbeit auf Augenhöhe.

2.    Jede*r ist gewillt, sich selbst in die*den andere*n und ihre*seine Situation hineinzuversetzen, auch wenn es mitunter schwer fällt und Zeit und Kraft kostet.

3.    Indem sich alle wechselseitig Traditionen, Hintergründe, Motive, Ängste, Vorhaben, Ziele usw. mitteilen und erklären, kann Transparenz geschaffen werden.

4.    Ein gemeinsamer Informationsstand wird angestrebt, dafür werden Wissens- und Machtstrukturen offengelegt.

5.    Unterschiedliche Meinungen werden als „Mehrwert“ geschätzt und gewürdigt; für gemeinsame Meinungsbildung wird Zeit gefunden und Geduld geübt.

6.    Es ist anzustreben, alle Verantwortlichen für mutige und auch ungewohnte Experimente und Entscheidungen mitzunehmen.

7.    Entscheidungen können „gestaffelt“ gefunden werden (z. B. eine Aufteilung in Informationsphase, Verständnisphase, Erörterungs- oder Experimentierphase, Konkretisierungsphase,  Entscheidungs- bzw. Lösungsmodell-Vorlage, Abstimmungsphase).

8.    Regionaler Wettstreit soll vermieden, regionale Profilbildung gefördert werden.

9.    Mit Experimenten, Diskussionen und Entscheidungen sollen die Menschen befasst sein, die es auch betrifft. Deshalb muss eine Delegation möglich sein. Dafür werden mit der Zeit stimmige und sinnvolle Rahmen und Strukturen gefunden.

Gebe Gottes Geist, dass sich alle diese Charta zu eigen machen!